Endlich Feierabend, ab nach Hause, der Magen knurrt auch schon. Unter der Woche muss es meist schnell gehen, und der Abendbrottisch wird ohne großes Chichi gedeckt. Rasch werden ein paar Teller auf den Tisch gestellt, das Smartphone liegt griffbereit neben der Gabel, und das Abendessen mit der Familie wird zur Routine. Jetzt noch die Kinder ins Bett bringen, abräumen, spülen – und morgen ist ein neuer Tag. Dabei ist es gar nicht verkehrt, auch das Abendessen an den Wochentagen ein wenig zu zelebrieren und sich Zeit und Muße für diese Stunde am Abend zu nehmen. Wer sich ohne besonderen Anlass zehn Minuten mehr Zeit nimmt, um den Tisch ansprechend zu gestalten, schafft eine bewusste Auszeit und wertet den Feierabend spürbar auf.

Ein liebevoll gestalteter Tisch signalisiert dem Gehirn sofort: Jetzt beginnt die Entspannung. Man muss dazu nicht das Tafelservice aus dem Schrank holen und Servietten kunstvoll falten. Es geht vielmehr um ein paar gezielte Handgriffe, die Atmosphäre schaffen. Neben einer schönen Tischdecke oder schlichten Leinensets sorgt das richtige Licht für den Wechsel vom Arbeitsmodus in den Erholungsmodus. Ein hübscher Kerzenhalter in der Mitte des Tisches, in dem eine passende Stabkerze flackert, verändert umgehend die Wahrnehmung des Raumes, sei es im Esszimmer oder in der Küche. Das sanfte Licht dämpft die helle Deckenbeleuchtung und lädt automatisch dazu ein, langsamer zu essen, tiefer durchzuatmen und sich intensiver mit den Menschen am Tisch auszutauschen.

Das Auge isst mit – auch an ganz normalen Wochentagen

Die Psychologie des Essens zeigt, dass die Umgebung den Geschmack und das Wohlbefinden beeinflusst. Wenn das Auge Harmonie wahrnimmt, schüttet der Körper bereits vor dem ersten Bissen Entspannungshormone aus.

Dabei muss man gar nicht besonders perfektionistisch sein. Es reicht ein aufgeräumtes Umfeld und gerne auch mal eine Variation des üblichen Abendbrottisches. Das kann beispielsweise ein angesagter Mix-and-Match bei den Tellern sein, ein paar gepflückte Blumen aus dem Garten als Strauß in einer kleinen Vase, oder auch die liebevolle Anordnung von geschnittenen Brotscheiben auf einem rustikalen Holzbrett. Aufschnitt und Käse kann man auf kleinen Schalen anrichten, statt die Lebensmittel einfach in ihren Verpackungen auf den Tisch zu stellen. Es sind nur kleine Details, aber sie können zur Entschleunigung am Feierabend entschieden beitragen.

Kleine Rituale für mehr Genuss beim Essen

  • Bildschirme sind Tabu: Das Smartphone hat beim Essen nichts verloren. Ein sichtbarer Bildschirm verhindert nicht nur das Abschalten, sondern auch ein angenehmes, stressfreies Gespräch am Abend mit dem Partner oder der Familie.
  • Fokus auf den Moment: Das Essen bewusst zu sich nehmen, anstatt es hastig herunterzuschlucken. Das Wahrnehmen des Dufts und der Optik steigern den Genuss. Es ist der Moment, in dem man weiß: Jetzt habe ich Feierabend und nehme mir diese kleine Auszeit während des Abendessens ganz bewusst und entspannt.
  • Atmosphäre durch Musik: Leise Hintergrundmusik wie beispielsweise sanfter Jazz schafft eine restaurantähnliche Kulisse in den eigenen vier Wänden.

Der Esstisch ist für viele der zentrale Treffpunkt des Hauses, an dem man mindestens einmal am Tag zusammenkommt. Es ist kein großer Aufwand, ihn mit kleinen Details etwas aufmerksamer zu gestalten und auch das Abendessen an ganz normalen Wochentagen zu einem Moment zu machen, an dem man abschalten kann. Das gemeinsame Essen kann wieder als ein Stück Lebensqualität begriffen werden, das den Trubel des Alltags hinter sich lässt.